Lieferkettengesetz: Diese neuen Verpflichtungen gelten auch für Online-Händler
Freitag, 11. Februar 2022

Lieferkettengesetz: Diese neuen Verpflichtungen gelten auch für Online-Händler

Mit dem neuen Lieferkettengesetz werden deutsche Unternehmen verpflichtet, ihre direkten und indirekten Lieferanten nach bestimmten Kriterien zu überprüfen und bei Verstößen Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Ab dem 1.1.2023 gilt das Sorgfaltspflichtgesetz für alle deutschen Unternehmen mit mindestens 3.000 Mitarbeitern. Ab 1.1.2024 sind auch Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten betroffen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lieferkettengesetz  
https://www.bmas.de/DE/Service/Gesetze-und-Gesetzesvorhaben/gesetz-unternehmerische-sorgfaltspflichten-lieferketten.html 

Dazu gehören auch ausländische Unternehmen mit einer Zweitniederlassung in Deutschland. Die Zahl der Beschäftigten wird pro Mitarbeiter berechnet; es wird nicht zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten unterschieden. Leiharbeitnehmer, die seit mindestens sechs Monaten in einem Unternehmen beschäftigt sind, werden bei der Berechnung der Beschäftigtenzahl berücksichtigt.

Wo liegen Risiken und was sind die Strafen?

Künftig werden die Behörden die Einhaltung des Gesetzes kontrollieren. Bei Verstößen gegen die Verpflichtungen drohen Geldstrafen von bis zu zwei Prozent des weltweiten Umsatzes, die die Behörde je nach Schwere des Verstoßes anpassen kann. Darüber hinaus sieht das Gesetz vor, dass diese Unternehmen mit einem Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren bestraft werden können. Abgesehen von den hohen Strafen droht bei Nichteinhaltung des Gesetzes auch ein Imageschaden für das Unternehmen.

Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen

Die Einhaltung der Gesetze wird zusätzliche Anstrengungen erfordern. Diese Compliance-Vorschriften erfordern die Sicherstellung sauberer Lieferketten. Dies erfordert entsprechendes Personal sowie Verfahren, einschließlich eines Risikomanagementsystems mit Risikoanalyse, um zu ermitteln, wo in den Lieferketten Probleme auftreten könnten. Die entsprechenden Kosten werden sich wahrscheinlich in der Preisentwicklung niederschlagen. Zudem kommt die Wettbewerbsfähigkeit hinzu, da ausländische Wettbewerber ohne Niederlassung in Deutschland nicht betroffen sind.

Wie können Unternehmen das Lieferkettengesetz praktisch umsetzen?

Für viele Unternehmen stellt sich nun die Frage, wie sie diese neuen gesetzlichen Anforderungen umsetzen können und ob es bereits etablierte Standards, Normen oder technische Lösungen gibt. Schon heute könnten Lösungen wie EDI (Electronic Data Interchange) und MDM (Master Data Management) bei der Einhaltung des Lieferkettengesetzes helfen. 

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