OLG Köln: Werbung mit UVP irreführend, wenn sie nicht ernsthaft gewünscht wird
Sonntag, 2. Oktober 2022

OLG Köln: Werbung mit UVP irreführend, wenn sie nicht ernsthaft gewünscht wird

Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers wird oft verwendet, um mit einer Preisersparnis zu werben. Diese muss aber auch der Wahrheit entsprechen. Das Oberlandesgericht Köln (Urteil vom 9.9.2022 - 6 U 92/22) hat nun entschieden, dass eine seriöse UVP nicht mehr angenommen werden kann, wenn über einen Zeitraum von einem Jahr der tatsächlich am Markt geforderte Preis nur knapp über der Hälfte der UVP lag und auch Preise darunter mit Rabatten von mehr als 50% gefordert wurden.

Die Antragsgegnerin bewarb eine Matratze auf ihrer Website u. a. dadurch, dass sie den von ihr verlangten Preis von 99 € einer durchgestrichenen UVP des Herstellers von 249 € gegenüberstellte. Der Antragsteller, ein Mitbewerber, sah dies als irreführend an und behauptete, die UVP sei ein Mondpreis, dem keine aktuelle und seriöse Kalkulation zugrunde liege.

Dieser Auffassung schloss sich das Oberlandesgericht Köln im einstweiligen Verfügungsverfahren an. Die Werbung mit der UVP täusche das Publikum über das Vorliegen eines besonderen Preisvorteils.

Hier geht es zum Beitrag des shopbetreiber-blog.de. Im Shopbetreiber-Blog informieren Sie die internationalen Rechtsexperten der Trusted Shops GmbH über aktuelle Entwicklungen in der Gesetzgebung und Rechtsprechung im Bereich E-Commerce. Trusted Shops GmbH ist ein Partner der Smartstore AG.

Hinterlassen Sie einen Kommentar