DSGVO-Bußen knacken Milliarden-Grenze
Dienstag, 1. Februar 2022

DSGVO-Bußen knacken Milliarden-Grenze

2021 verhängten Datenschutzbehörden der EU- und weiterer europäischer Länder fast 1,1 Milliarden Euro Bußgelder. Das ermittelte ein aktueller Report der internationalen Anwaltskanzlei DLA Piper.

In 2021 gab es laut Report einen siebenfachen Anstieg der DSGVO-Geldbußen auf nunmehr knapp 1,1 Milliarden EUR seit 28. Januar 2021.

Im Vergleich dazu stehen nur 158,5 Millionen EUR Bußgelder im gleichen Zeitraum des Vorjahres 2020.

“Geldbußen mögen die Schlagzeilen machen, aber das Schrems II-Urteil und seine tiefgreifenden Auswirkungen auf die Datenübertragung in das EU-Ausland sind nach wie vor eine große Herausforderung für Unternehmen, die von der DSGVO betroffen sind”, so der Report.

Neben einzelnen Rekordstrafen haben sich die Datenschutzbehörden inzwischen organisiert, neues Personal eingestellt, und arbeiten nun auch mittlere bis kleinere Verfahren mit relativ schmerzhaften Bußen ab.

So etwa das des niedersächsischen Shopbetreibers, der einen Datenleck meldete und im Zuge dessen für unterlassene Shopsoftware-Updates etwa 60.000 Euro Strafe zahlen sollte. (wir berichteten)

Kommen DSGVO-Massenverfahren?

So verbreitet sich laut Report bei einigen europäischen Datenschützer die Vorgehensweise, lieber viele und kleine Strafen zügig zu erteilen als wenige große Datenschutzvorfälle aufwändig und jahrelang abzuarbeiten.

Die Mehrzahl dieser Kleinfälle wird öffentlich nicht bekannt, da die betroffenen Firmen und Shopbetreiber sich lieber still einigen, im Zweifel nicht wie Google oder Facebook vor Gericht ziehen, was ja immer das Risiko mit sich bringt, dass das Gericht die Strafe noch weiter steigert.

Eine Strategie, die auch der bereits erwähnte niedersächsischen Shopbetreiber in seinem Verfahren anwendete.

Seit 25. Mai 2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO/GDPR) als gemeinsamer Datenschutzrahmen der Europäischen Union (EU). Sie gilt auch in den Nicht-EU-Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes Island, Liechtenstein und Norwegen. Im inzwischen aus der EU augetretenen Großbritannien gilt seit Anfang 2021 die etwas modifizierte UK GDPR.

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