Ein automatisiertes Becher- und Pfandsystem für das Stadion ist mithilfe von RFID-Mehrwegbechern realisierbar. Dafür gibt es drei Optionen.

Großveranstaltungen wie Fußballspiele, Festivals oder Konzerte stehen immer vor denselben Herausforderungen: lange Warteschlangen an Cateringständen, ineffiziente Pfandprozesse und hohe Transaktionszeiten beim Bezahlen.

Digitale Technologien wie NFC, RFID und QR-Codes ermöglichen hier eine grundlegende Verbesserung. Sie schaffen eine Infrastruktur, mit der Getränkeausgabe, Becherpfand und Zahlungsprozesse weitgehend automatisiert werden können.

Hinzu kommt ein regulatorischer Aspekt: Seit dem 01.01.2023 gilt in Deutschland die sogenannte Mehrwegangebotspflicht. Veranstalter und Gastronomiebetriebe, die Getränke in Einwegverpackungen anbieten, müssen eine Mehrwegalternative bereitstellen – und wer Mehrwegbecher ausgibt (in der Regel gegen Pfand), ist verpflichtet, diese auch wieder zurückzunehmen.

Gerade bei Veranstaltungen mit zehntausenden Besuchern wird diese gesetzliche Verpflichtung schnell zu einer logistischen Herausforderung. Ohne digitale Unterstützung entstehen neue Engpässe bei der Rückgabe, der Pfandabrechnung und der Organisation der Becherkreisläufe.

Automatisierte Systeme auf Basis von NFC, RFID und QR-Codes bieten hier eine skalierbare Lösung: Sie reduzieren Personalaufwand, beschleunigen Rückgabeprozesse und sorgen dafür, dass der gesetzlich vorgeschriebene Mehrwegkreislauf effizient und transparent abgewickelt werden kann.

Besonders deutlich wird der Vorteil solcher Systeme bei Großveranstaltungen mit sehr hohen Besucherzahlen. In einem Fußballstadion mit 40.000 bis 80.000 Besuchern werden während eines Spiels oft mehrere zehntausend Getränke ausgegeben. Schon wenige Sekunden zusätzlicher Bedienzeit pro Bestellung führen hier zu langen Warteschlangen und erheblichen Umsatzeinbußen.

RFID-basierte Mehrwegsysteme können diese Prozesse erheblich beschleunigen, da Bestellung, Becheridentifikation, Pfandmanagement und Zahlung digital miteinander verbunden sind. Dadurch lassen sich nicht nur Rückgabeprozesse automatisieren, sondern auch der gesamte Warenfluss effizienter steuern.

Ein entscheidender Vorteil: Alle Interaktionen funktionieren direkt über das Smartphone oder über vorhandene kontaktlose Karten – ohne dass Besucher eine separate App installieren müssen. Die zugrunde liegende Technologie nutzt standardisierte Schnittstellen wie NFC, RFID und QR-Codes, die bereits in nahezu allen modernen Smartphones integriert sind.

Weitere technische Hintergründe zu dieser Infrastruktur sind hier beschrieben:

Je nach Integrationsgrad lässt sich ein solches System in drei unterschiedlichen Stufen implementieren – von einer minimalistischen Lösung ohne Registrierung bis zu einem vollständig integrierten Event-Ökosystem.


Ebene 1 – Minimalistische Lösung ohne Registrierung


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Die erste Variante verfolgt ein klares Ziel: maximale Geschwindigkeit bei minimaler Systemkomplexität.

Hier dient eine EC- oder Debitkarte direkt als Identifikationsmedium im System. Es ist weder eine Registrierung noch eine App erforderlich.

Funktionsweise

Der Ablauf für Besucher bleibt bewusst einfach:

  1. Bestellung am Cateringstand
    Der Besucher bestellt ein Getränk.
  2. Kontaktlose Identifikation und Zahlung
    Die Karte wird kurz an ein POS-Terminal gehalten.
  3. Sofortige Buchung
    Die Zahlung wird direkt durchgeführt.
  4. Automatisierte Becherrückgabe
    Wird der Becher später zurückgegeben, erkennt ein Rücknahmeautomat den Becher über RFID oder über eine Transaktionslogik und bucht das Pfand automatisch zurück.

Technische Eigenschaften

Diese Variante ist bewusst minimalistisch aufgebaut:

  • Nutzung vorhandener NFC-fähiger Karten
  • RFID-Identifikation der Becher
  • keine Registrierung
  • keine App
  • unabhängig vom bestehenden Kassensystem betreibbar

Vorteile

Für Betreiber:

  • deutlich höherer Durchsatz an Verkaufsstellen
  • reduzierte Warteschlangen
  • minimaler Schulungsaufwand

Für Besucher:

  • intuitive Nutzung
  • kein Registrierungsprozess
  • schnelle Bedienung

Diese Lösung eignet sich besonders für Veranstaltungen mit sehr hohem Besucherfluss, bei denen Geschwindigkeit entscheidend ist.


Ebene 2 – Einfache Registrierung mit digitalem Wallet


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Die zweite Variante erweitert das System um ein temporäres digitales Wallet, ohne dass persönliche Daten gespeichert werden müssen.

Beim Betreten des Stadions hält der Besucher seine Karte oder sein Smartphone kurz an ein Terminal. Das System erstellt im Hintergrund automatisch ein Wallet.

Die Technologie basiert weiterhin auf NFC, RFID und QR-Codes, sodass auch hier keine zusätzliche App notwendig ist.

Der Ablauf im Stadion

1. Stadion-Eintritt

Beim Einlass wird das Zahlungsmittel kurz gescannt. Das System erstellt automatisch ein temporäres Wallet im Hintergrund. Persönliche Daten müssen nicht eingegeben werden.

2. Bestellung an den Ständen

Die Karte oder das Smartphone dient nun als digitaler Schlüssel zum Wallet.

Alle Käufe werden im Wallet gesammelt:

  • Getränke
  • Snacks
  • Merchandise
  • Pfand

Eine direkte Abbuchung erfolgt zunächst nicht.

3. Automatisierte Pfandrückgabe

Bei der Rückgabe erkennt ein Automat den RFID-Becher und schreibt den Pfandbetrag automatisch im Wallet gut.

4. Sammelabrechnung beim Verlassen

Beim Verlassen des Stadions wird die Karte oder das Smartphone erneut gescannt.

Das System berechnet:

  • alle Käufe
  • alle Rückgaben
  • den finalen Saldo

Dieser wird anschließend in einer einzigen Transaktion abgerechnet.

Vorteile

Für Besucher:

  • nur eine Zahlung am Ende der Veranstaltung
  • deutlich schnellere Bestellprozesse
  • vollständig bargeldloses Erlebnis

Für Betreiber:

  • weniger Zahlungsinteraktionen
  • höherer Umsatz pro Besucher
  • Integration in bestehende Kassensysteme möglich

Ebene 3 – Vollständig integriertes Event-Ökosystem


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Die dritte Variante integriert Smartstore vollständig in die digitale Infrastruktur des Veranstalters.

Hier wird das Wallet bereits vor dem Event erstellt und mit dem Ticket verknüpft.

Auch hier basiert die technische Grundlage weiterhin auf QR-Codes, NFC und RFID, sodass Besucher alle Funktionen direkt über ihr Smartphone nutzen können – ohne zusätzliche App.

Registrierung und Wallet-Erstellung

Vor dem Event erstellt der Besucher einmalig ein persönliches Wallet.

Dabei werden:

  • Zahlungsmittel hinterlegt
  • Ticket und Wallet miteinander verknüpft
  • der Besucher eindeutig identifizierbar.

Digitaler Eintritt

Beim Einlass wird lediglich das Ticket gescannt.

Diese Aktion aktiviert automatisch das Wallet und ermöglicht sofortigen Zugriff auf alle Services.

Nutzung im Stadion

Das Wallet fungiert als zentrale Plattform für:

  • Catering
  • Merchandise
  • Zusatzservices (VIP, Parkplätze)
  • Pfandsysteme

Alle Transaktionen werden automatisch im Hintergrund abgewickelt.

Datenbasierte Steuerung

Ein großer Mehrwert liegt in der Datenanalyse.

Die Plattform liefert in Echtzeit:

  • Verkaufsdaten
  • Besucherströme
  • Konsumverhalten

Damit lassen sich:

  • Personal dynamisch planen
  • Warenbestände optimieren
  • Verkaufsflächen effizienter steuern.

Vollständiger Event-Workflow

Das Wallet wird zur zentralen Schnittstelle eines gesamten Eventsystems:

  • Ticketing
  • Zugangssysteme
  • Catering
  • Merchandising
  • Pfandsysteme
  • Zusatzservices

Alle Technologien basieren auf der Smartstore-Plattform und können direkt mit dem ERP-System des Betreibers verbunden werden.


Fazit: Drei Stufen der Digitalisierung

Die drei Varianten zeigen, dass RFID-basierte Mehrwegsysteme schrittweise eingeführt werden können.

Variante Registrierung Technologie Integration
Minimal keine NFC + RFID unabhängig
Wallet anonym NFC + RFID + QR teilweise integriert
Vollintegration                               vollständig                                   NFC + RFID + QR                               vollständiges Event-Ökosystem

Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass Betreiber mit einer einfachen Lösung beginnen und diese später ausbauen können.

Dank der Kombination aus QR-Code, NFC und RFID lassen sich sämtliche Prozesse digitalisieren – von der Getränkeausgabe über den Pfandkreislauf bis hin zur Zahlungsabwicklung.

Und das Wichtigste: Besucher benötigen keine zusätzliche App. Alle relevanten Interaktionen laufen automatisch über ihr Smartphone oder über vorhandene kontaktlose Karten.

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Weitere technische Hintergründe zu dieser Infrastruktur sind hier beschrieben:


Wenn Sie wissen möchten, welche Smartstore-Editionen für Ihre Anforderungen die richtige Lösung darstellen, bietet Ihnen dieser Blogbeitrag einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten und Ausbaustufen. Je nach Integrationsgrad lässt sich ein solches System in drei unterschiedlichen Stufen implementieren – von einer minimalistischen Lösung ohne Registrierung bis zu einem vollständig integrierten Event-Ökosystem.


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